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Verhaltensauffälligkeiten bei Hunden durch falsche Ernährung

Auch unsere Hunde leiden heute an Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Arthrose, Krebs, Zahnerkrankungen etc.

Allergien sind eine der häufigsten Ursachen von chronischem Juckreiz bei Hunden, der durch eine allergische Reaktion auf eine oder mehrere Substanzen aus der Umgebung hervorgerufen wird. Viele Substanzen können Atopien/Allergien verursachen, und unsere Vierbeiner können – wie wir auch – auch auf Nahrungsmittel und deren Zusätze allergisch reagieren.

Nahrungsmittelallergien verursachen einen beachtlichen Anteil aller Tierarztbesuche 

Eine Nahrungsmittelallergie ist eine Überempfindlich auf bestimmte Stoffe in der täglichen Nahrung. Ein gut funktionierendes Abwehrsystem reagiert nicht auf diese relativ ‘unschuldigen’ Stoffe, weil sie keinen Schaden am Körper anrichten können. Ein gestörtes bzw. geschwächtes Abwehrsystem dagegen kann sehr stark auf diese Stoffe reagieren. Deutliche Anzeichen können z.B. sein: rasche Ermüdbarkeit, nachlassender Appetit, Gewichtsverlust, Hautjucken, mattes Fell, Durchfall und sehr oft auch häufiges Erbrechen.

Solche Futtermittelallergien können sich auch auf das Verhalten auswirken. Anders als bei der „normalen“ Futtermittelallergie zeigt der Hund praktisch keine „äußerlich  erkennbaren“ Allergiesymptome. Stattdessen kann sich die Allergie durch unkontrollierbare Zerstörungswut, neurotisches Kläffen, Ungehorsam, Hyperaktivität, zwanghaftes Verhalten, unangemessene, aggressive Reaktionen, Konzentrationsmangel, Antriebslosigkeit äußern sowie dadurch, dass der Hund plötzlich nicht mehr stubenrein ist. Auch sind schon folgende Symptome bei einer „Cerebralen Allergie“ aufgefallen: der Hund zieht sich oft in dunkle Räume zurück, hechelt schnell, jagt „Phantome“, ist sehr schlecht auf seinen Besitzer fixiert.

Unser Hund ist, was er frisst!

In 70-80% aller „Krankheitsfälle“, die dem Tierarzt vorgestellt werden, stellt die Ernährung eine direkte oder indirekte Ursache dar. Allergien bilden dabei keine Ausnahme, denn es ist mittlerweile bekannt, dass Fertigfutter unsere Hunde krank machen kann. Bei falscher Ernährung kann eine Allergie sogar das Gehirn erreichen, wodurch sich dadurch die oben erwähnten Verhaltensauffälligkeiten zeigen können. Dann sticht sozusagen, wie beim Pferd, auch unserem Hund der Hafer! Bei meinem portugiesischen Wasserhund hatte der hohe Getreideanteil im Fertigfutter Epilepsie ausgelöst. Eine artgerechte Fütterung mit Fleisch und Zusätzen (getreidefrei!) heilte das Tier innerhalb von nur wenigen Tagen von seinen schweren Anfällen!

Nur wenige Tierärzte ahnen, dass z.B. Ohrenentzündungen, Pilzerkrankungen, vereiterte Geschlechtsorgane etc. zu den langzeitlichen und Sekundärsymptomen einer Allergie gehören können, denn über den Zusammenhang zwischen Ernährung und dadurch möglicherweise resultierenden Krankheiten werden die angehenden Tierärzte an den Universitäten kaum bis gar nicht informiert. Denn die wiederum werden mit hohen Geldbeträgen seitens der Futtermittelhersteller „gesponsert“. Und so ist es nicht verwunderlich, dass die Veterinärmediziner oft ruhigen Gewissens teure Diätfutter verordnen.

Bücher wie z.B. „was tu ich nur mit diesem Hund“ oder „Das Aggressionsverhalten des Hundes“, „wenn Hunde machen was sie wollen“ und „Hunde auf der Couch. Verhaltenstherapie bei Hunden.“ u.s.w. sind heute der Renner. Hundepsychologen schießen wie Pilze aus dem Boden, und in vielen Fernsehprogrammen versuchen „Tier-Nannys“  verhaltensgestörten Hunden ihr seelisches Gleichgewicht wieder zu geben.

Erweckt aber nicht gerade das den Eindruck, dass es noch nie so viele gestörte Hunde in unserer Gesellschaft gab?

Sind sie nicht mehr anders als mit Anti-Stress-Pillen und Halti zu erziehen? So gibt es heute unnatürliche Erziehungshilfen wie „Antibellhalsbänder“ oder – noch schlimmer – „Teletaktgeräte“, die dem Hund mittels Knopfdruck einen Stromimpuls versetzen, der ihn vom Jagen abhalten soll. Sie sind zwar in Deutschland verboten, es finden sich aber immer wieder Hundebesitzer, die sich solche „Hilfen“ im Ausland  besorgen. Was aber ist das für eine für eine Mensch-Hund-Beziehung, in der der Mensch nur dadurch zum „Alpha-Tier“ wird, indem er seinem Hund Qualen zufügt?

Gute Hundetrainer und Hundepsychologen erkennt man daran, dass sie beim ersten Besuch eines  verhaltensauffälligen Hundes den Halter nach der derzeitigen Ernährung fragen und ihn aufklären. Denn viele Verhaltensweisen sind kaum durch Erziehung beeinflussbar, da sie allergisch, d.h. neurologisch bedingt sind. Hier hilft nur eine schnelle Futterumstellung und danach eine liebevolle, konsequente Erziehung.

So sind nicht immer Fehler in der Erziehung der Grund dafür, wenn Hunde ihren Besitzern das Leben zur Hölle machen. In den wenigen Jahrzehnten, in denen unsere Hunde mit Fertigfutter ernährt werden, waren – und sind – sie einem ständigen Mangel an Vitalstoffen und tierischen Eiweiß ausgesetzt (die durch chemisch hergestellte Vitamine ersetzt werden). Dadurch nimmt der Hund über seine Nahrung auch Fremdstoffe und viel zu viel Kohlenhydrate auf. Pflanzliche Kohlenhydratträger – gebundene Eiweiße – die zumeist nur in Trockenfutter zu finden sind, sind für den Hund schädlich. Tierisches, an Wasser gebundenes Eiweiß im Frischfleisch hingegen kann der Hund bestens und in großen Mengen vertragen.

Getreide sollte in der Nahrung eines „Carnivoren“ (Fleischfresser) wenn, dann nur etwa 10% ausmachen. Bei über 40% ist sein Verdauungstrakt schon mehr als überfordert. Bei über 60% Getreide im Futter kann der Organismus des Hundes die Futterstoffe nicht mehr physiologisch verwerten und stößt täglich an die Grenzen seiner Belastbarkeit. Arthrose, Leber- und Nierenschäden können die Folge sein… Fertigfutter besteht oft bis zu 80 % aus Getreide!

Durch die Fütterung von Allergenen im Futter kann eine Zerebralallergie (über Gehirn und Rückenmark) ausgelöst werden. Dadurch wird der Gehirnstoffwechsel schwer beeinträchtigt und Verhaltensauffälligkeiten können wie bei Kindern, die an einem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) leiden, ausgelöst werden. Darum wird auch in der Therapie sofort eine Nahrungsumstellung vorgenommen.

Eine solche Therapie kann aber nicht nur bei Zerebralallergien mit hyperaktiven Wesensmerkmalen Erfolg haben, auch bei Bauchspeicheldrüsen-Krankheiten, allergischen Durchfall, Pilzbefall und Eiter an Ohren und Genitalien etc. kann die artgerechte Ernährung mit rohem Fleisch schnell zur Heilung führen.

Bei einer immer fortwährenden Fütterung des gleichen Futters werden o.a. Krankheitsanzeichen in Unkenntnis des Sachverhalts oft jahrelang nicht erkannt und daher falsch behandelt. Dann werden durch die Verordnung von Salben, Medikamenten oder teure Diätfutter die Symptome behandelt, anstatt die Ursache – die nicht artgerechte Ernährung – zu beseitigen.

Inzwischen tragen auch eine Reihe von Fertigfutterherstellern den Mangelerscheinungen Rechnung und bieten entsprechendes Futter an, darum sollte jeder Hundebesitzer, der bei Fertigfutter bleiben möchte, egal ob Trockenfutter oder Dosenfutter, sorgfältig prüfen, was er für seinen Liebling kauft und verfüttert. 

Tatjana Lefarth

Quelle: BALANCE 1/2008

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